ZUGFeRD Pflichtangaben: Was steckt dahinter?
Ein Kunde beschwert sich über fehlende Angaben auf der Rechnung – und plötzlich soll geprüft werden, ob alle Rechnungen alle Pflichtangaben enthalten. Spätestens dann führt kein Weg an den ZUGFeRD-Pflichtfeldern vorbei.
Keine Sorge: Die Pflichtangaben musst du nicht selbst ins XML schreiben.
Lade deine Rechnung als PDF, Word- oder Excel-Datei bei rechnung3000 hoch. Das Tool liest die Angaben aus, zeigt dir vor dem Erzeugen, welche Pflichtangaben noch fehlen, und schreibt alles an die richtige Stelle im ZUGFeRD-XML – wahlweise nach XRechnung 3.0 oder EN 16931.
Hochladen und prüfen ohne Anmeldung. Herunterladen mit kostenlosem Konto (3 Rechnungen im Monat) oder für 1,99 € je Rechnung.
ZUGFeRD klingt zunächst wie ein kompliziertes biochemisches Element, ist jedoch schlicht und einfach ein hybrides Format für elektronische Rechnungen, das PDF/A-3 mit eingebettetem XML (EN 16931 Comfort) vereint. In der Praxis bedeutet das, eine Rechnung gleich in zwei Formaten: Als für Menschen lesbares PDF und als maschinenlesbares XML.
Schnell-Check: Du hast schon eine ZUGFeRD- oder XRechnung-Datei? Lade sie im kostenlosen E-Rechnungs-Validator hoch – er prüft sie gegen EN 16931 und listet jeden Verstoß einzeln mit Regel und Hinweis auf. Ohne Anmeldung.
Die Liste der ZUGFeRD Pflichtfelder
Hier findest du die Pflichtangaben, an denen Rechnungen in der Praxis am häufigsten scheitern – jeweils mit der Nummer aus der EN 16931 (BT = Business Term) und dem Element, unter dem sie im ZUGFeRD-XML (Syntax CII) stehen:
1. Rechnungsnummer
Ohne eine eindeutige Rechnungsnummer geht gar nichts. Es ist das Fundament jeder ordentlichen Rechnungslegung. Im XML: rsm:ExchangedDocument/ram:ID (BT-1).
2. Rechnungsdatum
Ein Klassiker, der erschreckend oft vergessen wird. Das Ausstellungsdatum muss vorhanden sein, um Zahlungen korrekt zuzuordnen. Im XML: ram:IssueDateTime (BT-2), im Format JJJJMMTT.
3. Lieferdatum / Leistungsdatum
Steuerlich eine Pflichtangabe (§ 14 Abs. 4 Nr. 6 UStG) – auch dann, wenn es mit dem Rechnungsdatum übereinstimmt. Die EN 16931 selbst führt das Feld als optional, deshalb meldet nicht jeder Validator sein Fehlen. Im XML: ram:ActualDeliverySupplyChainEvent/ram:OccurrenceDateTime (BT-72) oder, bei einem Leistungszeitraum, ram:BillingSpecifiedPeriod (BG-14).
4. Lieferantendaten
Name, Anschrift und Steuernummer oder Umsatzsteuer-ID deines Unternehmens. Sie identifizieren den Rechnungsaussteller und stehen im XML unter ram:SellerTradeParty – Name als BT-27, Anschrift samt Ländercode als BG-5, Umsatzsteuer-ID (BT-31) bzw. Steuernummer (BT-32) unter ram:SpecifiedTaxRegistration.
5. Kundendaten
Das Pendant zu den Lieferantendaten unter ram:BuyerTradeParty: Name (BT-44) und Anschrift (BG-8). Die Umsatzsteuer-ID des Kunden (BT-48) ist nur in bestimmten Fällen Pflicht, etwa bei innergemeinschaftlichen Lieferungen oder wenn die Steuerschuld auf den Kunden übergeht (Reverse Charge) – bei einer normalen Inlandsrechnung nicht.
6. Steuerbeträge
Für jeden Steuersatz eine Aufschlüsselung mit Bemessungsgrundlage, Satz und Betrag unter ram:ApplicableHeaderTradeSettlement/ram:ApplicableTradeTax (BG-23), die Gesamtsteuer als ram:TaxTotalAmount (BT-110). Hier sieht man auf einen Blick, welchen Anteil die Steuer an der Rechnungssumme hat.
7. Nettobetrag
Der Rechnungsbetrag ohne Steuer: ram:TaxBasisTotalAmount (BT-109).
8. Bruttobetrag und Zahlbetrag
Der Gesamtbetrag inklusive Steuer steht in ram:GrandTotalAmount (BT-112), der tatsächlich zu zahlende Betrag in ram:DuePayableAmount (BT-115). Die beiden unterscheiden sich, wenn schon etwas angezahlt wurde. Netto plus Steuer muss exakt brutto ergeben – sonst schlägt die Regel BR-CO-15 an.
9. Zahlungsangaben
Zahlungsart und Bankverbindung stehen unter ram:SpecifiedTradeSettlementPaymentMeans (BG-16), die IBAN in ram:PayeePartyCreditorFinancialAccount/ram:IBANID. In der reinen EN 16931 ist die Gruppe optional, in einer XRechnung dagegen Pflicht (Regel BR-DE-1).
10. Fälligkeit oder Zahlungsbedingungen
Ist noch ein Betrag offen, muss die Rechnung entweder ein Fälligkeitsdatum (BT-9, ram:SpecifiedTradePaymentTerms/ram:DueDateDateTime) oder einen Text zu den Zahlungsbedingungen (BT-20, ram:SpecifiedTradePaymentTerms/ram:Description) enthalten – das verlangt die Regel BR-CO-25.
Dazu kommen technische Pflichtfelder
Einige Angaben setzt die Rechnungssoftware normalerweise selbst, ein Validator prüft sie trotzdem: die Kennung der verwendeten Spezifikation (BT-24, ram:GuidelineSpecifiedDocumentContextParameter/ram:ID), die Rechnungsart (BT-3, ram:TypeCode, z. B. 380 für eine Rechnung), der Währungscode (BT-5, ram:InvoiceCurrencyCode) und mindestens eine Rechnungsposition (BR-16). Die vollständige Checkliste nach EN 16931 steht im Artikel ZUGFeRD Pflichtfelder: Checkliste nach EN 16931.
Praxistipp
Alle Pflichtfelder korrekt im System zu pflegen, vermeidet nervige Rückfragen und beschleunigt den Zahlungsprozess.
Der Kontext der E-Rechnungspflicht
Seit dem 1. Januar 2025 müssen in Deutschland alle Unternehmen E-Rechnungen von anderen Unternehmen empfangen können. Beim Versand gelten Übergangsfristen: Bis Ende 2026 dürfen alle Unternehmen noch Papier- oder (mit Zustimmung des Empfängers) PDF-Rechnungen schicken, Unternehmen mit höchstens 800.000 € Vorjahresumsatz bis Ende 2027. Ab 2028 gilt die Pflicht für alle übrigen inländischen B2B-Umsätze. Kleinunternehmer nach § 19 UStG sind von der Pflicht zum Ausstellen dauerhaft ausgenommen. Die Stichtage im Detail stehen im Ratgeber zu den Übergangsfristen der E-Rechnung.
Der ZUGFeRD XML-Spaß
Bevor man sich jedoch in einem Dschungel aus technischen Details verliert, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Benutzerfreundlichkeit. Niemand hat Lust, XML-Dateien per Hand zu schreiben. Wer das nicht manuell lösen will, kann rechnung3000.de nutzen, um bestehende PDF-Rechnungen problemlos ins ZUGFeRD-Format zu konvertieren, ohne dabei in technologischen Wirren zu versinken.
Praktische Beispiele für ZUGFeRD Pflichtfelder
Drei typische Fehler, wie sie bei der Prüfung von Rechnungen immer wieder auffallen:
Beispiel 1: Fehlende Rechnungsnummer
Eine Rechnung ohne Nummer ist wie ein Konto ohne Kontostand: liebenswürdig und nutzlos. Die Korrektur war simpel. Rechnungsnummer ergänzt — Problem gelöst.
Beispiel 2: Falsches Rechnungsdatum
Hier war's trickreicher: Die Rechnung trug durch einen Tippfehler ein Datum aus dem Vorjahr. Eine bereits verschickte Rechnung ändert man aber nicht einfach stillschweigend. Der Rechnungssteller berichtigt sie mit einem Dokument, das eindeutig auf die ursprüngliche Rechnung Bezug nimmt (§ 31 Abs. 5 UStDV), oder storniert sie und stellt eine neue aus. Erst danach stimmen auch Fälligkeit und Zahlungstermin wieder.
Beispiel 3: Unvollständige Steuerbeträge
Kein Klassiker, dennoch unangenehm. Die Steuerbeträge fehlten vollständig. Im XML sieht das dann befremdlich aus. Doch da hilft der Database-Export, schnell nachgeschaut und ergänzt.

Warum ZUGFeRD Pflichtangaben unverzichtbar sind
Die Wirtschaft ist nicht so sehr ein Haifischbecken, sondern eine Tretmine auf einem Hochseil. Jedes Schlampigkeitsfehlerchen kann kosten. Vor allem wenn's ums Finanzielle geht. Angefangen mit den bußgeldträchtigen Fristen, über unangemeldete Steuervergehen bis zu verzögerten Zahlungen.
Der richtige Umgang mit ZUGFeRD Pflichtfeldern spart mehr als nur Zeit. Er bewahrt vor allem vor unnötigen Komplikationen. Das Wissen um diese Felder gehört mittlerweile zum grundlegenden Know-how jedes selbsternannten Buchführungsgenies.
Ja, man könnte sagen: ZUGFeRD-Pflege ist ähnlich enthusiastisch wie ein Zahnarztbesuch, aber ebenso notwendig. Schärfe den Verstand und halte dich an die Pflichtfelder — dein Konto wird's dir danken.